Montag, 12. November 2007

Dschungel-Trip

So, jetzt will ich wieder mal versuchen euch ein bisschen von meiner Zeit hier zu berichten. Irgendwie hab ich's in letzter Zeit nicht ganz hingekriegt.
Also, am 1. und 2. November hatte ich frei und da habe ich mit drei Freundinnen die Zeit genutzt, um in den Dschungel zu fahren. Wir sind am Donnerstag frueh los, nachdem wir ca. 2.5 Stunden geschlafen hatten. Dabei haben wir die ersten 20 km in unserem Kombi besonders genossen, da es die einzigen auf geteerter Strasse bleiben sollten. Danach gabs waehrend ca. 8 Stunden nur noch holpprige und sehr kurvenreiche Wege. Die Reise in den Dschungel war insofern interessant, da wir wieder einmal die verschiedensten Landschaften geniessen konnten; ueber zwei karge Paesse runter in den Dschungel. Auf unserem Weg kamen wir an einem Inka-Friedhof vorbei. Die Inkas bauten fuer jeden Verstorbenen ein kleines rundes Steinhaeuschen, in das sie den Toten mit all den Dingen hineingelegten, die ihm zu Lebzeiten wichtig waren.


Nachdem wir den Friedhof besichtigt hatten gings weiter Richtung Dschungel. Die letzten 40 Minuten bis zu unserer Lodge gingen wir dann zu Fuss, um die Voegel, Schmetterlinge und Affen zu sehen.

Am zweiten Tag stiegen wir morgens auf unsere Mountainbikes, um die naechsten 2.5 Stunden Reise zu bewaeltigen. Die Gangschaltung konnte leider nicht benutzt werden, ohne dass es die Kette raushaengte, aber dafuer funktionierte eine der zwei Bremsen zuverlaessig. Beim Fahren wurden wir dann ordentlich durchgeschuettelt, was beim einen oder anderen trotz Handschuhe ein paar Blasen hinterliess.


Vier Truthaehne beim Sonntagspaziergang... ;-)


In Pilcopata, einem kleinen Dorf, tauschten wir unsere Bikes gegen ein Raft, um die naechsten Kilometer auf dem Fluss zu verbringen. Da es zuvor bereits einige Tage geregnet hatte und der Fluss dadurch etwas gewaltiger war, kamen wir auch zuegig voran.


In Atala, unserer letzten Station vor unserer Lodge, wurde noch einmal Transportmittel getauscht, diesmal gings mit dem Motorboot weiter.





In unserer wunderschoenen Lodge hatten wir dann Zeit ein bisschen rumzuhaengen. Zu ersten Mal konnte ich hier in Peru einfach nur in kurzen Hosen, Traegertop und Flipflops rumlaufen... (jetzt musste ich diese Art von Kleidung leider wieder gegen meine Fliessjacke und Jeans tauschen...). Die Umgebung war wunderschoen. Vor unserem Zimmer hatte es einen Papaya-Baum, etwas weiter wuchsen Ananas und ueberall Blumen... Natuerlich waren auch ein paar Viecher mehr da als in Cusco, wie zum Beispiel Adolf der Zweite (Foto). Der fuehlte sich besonders in der Umgebung von Martina wohl ;-)... dieses Exemplar verstarb leider kurz nachdem ich das Bild geschossen habe, wahrscheinlich an Liebeskummer. Dafuer hatte ich das Vergnuegen Adolf 3 bis 5 beim Duschen dabei zu haben, wobei sich Adolf der Dritte in meinen Haaren verfing... AHHHH!!!!!!

Ende Nachmittag gingen wir noch ein bisschen laufen und kehrten erst wieder mit unseren Taschenlampen im Dunkeln zurueck, um noch ein paar Gluehwuermchen zu sehen.

Unter anderem kamen wir an verschiedenen Termitennesten vorbei.

Am naechsten Tag wollten wir eigentlich um 5 Uhr aufstehen, um Papageien bei der Nahrungsaufnahme zuzuschauen, doch leider konnten wir nicht los, da es die ganze Nacht fuerchterlich gewittert hatte und um 5 Uhr immer noch sehr stark regnete. So standen wir erst spaeter auf und gingen gleich zum Canopy. Wir mussten nur ca. 30 Minuten in unseren Gummistiefel durch den Dschungel laufen, um zur ersten Plattform zu gelangen, doch ich war danach erstmal nassgeschwitzt, da es so schwuehl war. Wir zogen unsere ganze Ausruestung an und dann gings schon los. Ich hatte zuerst Bedenken, ob ich es machen sollte, da ich nicht ganz schwindelfrei bin, habe es dann aber nicht bereut mitgemacht zu haben. Insgesamt hatte es fuenf Plattforme. Dabei war die laengste Strecke 110 m lang un das Seil hing ueber einem Abgrund von bis zu 45 m Tiefe. Das war schon richtig cool, sich da haengen zu lassen!!! Am Schluss konnten wir uns noch von der letzten Plattform abseilen. Ich muss sagen, dass ich schon etwas stolz auf mich war, dies trotz Hoehenangst hinter mich gebracht zu haben. ;-) Nach einem leckeren Mittagessen und einer ausgiebigen Siesta im Garten gingen wir Mitte Nachmittag noch einmal los, um zu einem kleinen See im Urwald zu spazieren. Der Weg gestaltete sich etwas schwierig, da es waehrend den vorherigen Tagen viel geregnet hatte und die Wege zum Teil ziemlich durchnaesst waren und sich bereits groessere Pfuetzen gebildet hatten. Beim See angekommen, erwartete uns jedoch ein wunderschoener Anblick, ein richtiges kleines Paradies... ; ) Nur Baden konnten wir im See nicht, da anscheinend viele fiese Pyrhanias darin hausen... Dafuer konnten wir mit einem kleinen Holzfloss ueber den See gehen...


Zurueck in der Lodge, gabs schon bald das Abendessen. Danach setzten wir uns noch raus. Was wir leider nicht bedachten war, dass der Generator, um ca. 21 Uhr ausgeschaltet wird und dass es danach ueberhaupt kein Licht mehr gibt. So sassen wir also draussen unter einem Blechdach, da es wieder stark regnete und waren ziemlich ueberrascht, als es auf einmal ganz dunkel wurde. Ich konnte nicht einmal mehr meine Hand vor meinem Gesicht sehen, gar nichts!!! Wir fragten uns, wie wir denn den Weg bis zu unseren Zimmer jemals wiederfinden sollten und das ausserdem im Regen! Die einzige Lichtquelle, die wir hatten war ein Feuerzeug, doch wie gesagt, es regnete halt... Zum Glueck hat unser Guide unser rufen gehoert und hat uns dann, wenn auch mit einem Schmunzeln aus unserer misslichen Lage befreit...

Am naechsten Tag machten wir uns um 7.00 Uhr auf den Heimweg und kamen dann um ca. 20.30 Uhr muede aber gluecklich wieder in Cusco an. ; )

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