Freitag, 19. Oktober 2007

El Camino Salkantay

So, und diesmal mit Bildern;-)


Seit gestern Abend bin ich wieder zurueck in Cusco. Der Treck war der absolute Hammer. Wir sind durch sehr unterschiedliche Regionen und Klimazonen gewandert und haben so vieles erlebt....
Am ersten Tag gings zuerst mit dem Regionalbus von Cusco nach Mollepata (2909m). Die Fahrt dauerte ungefaehr 4 Stunden. Die Strecke waer wohl locker in weniger zu schaffen gewesen, aber wie gesagt, es war ein Regionalbus. Da werden fast genau so viele Sitz- wie Stehplaetze vergeben und man ist einfach nur froh ist, wenn er mal so 50 kmh schafft ohne auseinanderzufallen ... In Mollepata nahmen wir nach einen kleinen Fruehstueck nun also unsere Wanderung auf, begleitet von unserem Guide, dem Koch und unserem "Ariero", der sich um die drei Pferde kuemmerte, die unser ganzes Gepaeck trugen. Die Wanderung begann mit Sonnenschein, Vogelgezwitscher und sehr angenehmen 25 Grad, perfekt halt.




Wir mussten ca. 7 Stunden wandern bis wir unser Schlafplatz erreichten. Der befand sich am Fusse eines Gletschers auf 4000m. Die Aussicht auf den Gletscher sowie auf das ganze Tal war wirklich beeindruckend. Kurz nach unserer Ankunft wurde es jedoch schon bald dunkel und ein fieser Wind wehte durch die Zelte hindurch. Nach einem reichhaltigen Mahl von unserem grandiosen Koch, der auch unter den schwierigsten Umstaenden die Liebe zum Detail nicht verlor, gings schon bald Richtung Iglu-Zelt, um zu schlafen. Natuerlich nicht ohne vorher unseren Coca-Tee mit einem Schuss Coñasso (Rohrzuckerschnaps) einzunehmen... soll ja schliesslich gut sein fuer die Hoehe... Die Nacht war wirklich eisig kalt. Trotz Thermo-Unterwaesche, Faserpelz, Muetze, Wollsocken etc. haben wir bitter gefroren und konnten kaum schlafen. Da waren wir ganz schoen erleichtert als unser Guide am naechsten Morgen frueh mit dem naechsten "gepimpten" Coca-Tee an unser Zelt klopfte.



Nach dem Fruehstueck, diesmal sogar mit Torte, da unser Koch seinen 21. Geburtstag feierte, begann der anstrengenste Teil der Reise, der Aufstieg zum Fuss des Gletschers Salkantay. Die Spitze des Berges befindet sich auf 6271m. Salkan heisst soviel wie wild oder unbezaehmbar. Der Gletscher erhielt den Namen, weil viele Abenteuerlustige beim Versuch ihn zu erklimmen nicht wieder zurueckgekehrt sind und es bis heute noch keiner geschafft hat, ein Kreuz an der Spitze anzubringen. Zur Zeit der Inkas wurde dieser Gletscher angebetet, weil sie glaubten, dass ein Gott (Apu) in ihm wohnt. Sie brachten viele Opfergaben und gruben ihre besten Cocablaetter in den Boden ein, damit ihnen waehrend der Wanderung bis zum Fuss des Salkantay nichts zustoesst. Dies haben wir auch gemacht bevor wir den Aufstieg weit ueber die Baumgrenze in Angriff genommen haben.

Ca. 3 Stunden, 8 Traubenzucker, 5dl Wasser und 2 Snickers spaeter waren wir auf 4600m angekommen und konnten uns vor dem Abstieg noch ein bisschen erholen.






Nun folgte ein sehr rascher Abstieg, da es unser Guide anscheinend eilig hatte. Es war naemlich immer so, dass er am Morgen verschlief und uns anstatt um 6 erst um 6.45 oder 7 weckte und dann ziemlich gestresst war. Da wurde gerne auf Pausen und solche unnoetigen Dinge verzichtet... Aber gut, wir mussten uns nun beeilen, um rechtzeitig am naechsten Zeltplatz anzukommen. Der Nachmittag war zwar anstrengend, weil es sehr steil war und man meistens von Stein zu Stein huepfen musste und somit immer konzentriert sein musste, er war aber auch genial... Wir starteten in einer eisigen Kaelte mit Nebel und starkem Winden und Stueck fuer Stueck wurde es immer waermer, so dass der Tag in einem fast tropischen Klima endete...




Am dritten Tag gings weiter bis nach Santa Teresa, einer kleinen Stadt und somit Zivilisation...yeah!!!! Dieser Tag war gegenueber den anderen etwas eintoenig, da wir waehrend 5 Stunden einfach immer schoen abwaerts den Berg runterlaufen mussten... das Ganze wurde nur dadurch erschwert, dass mir vom Vortag so ziemlich jeder Muskel weh tat und ich mich gleich mal 60 Jahre aelter fuehlte :-P . Aber da wir schon frueh am Nachmittag ankamen, konnten wir noch in den warmen Quellen baden gehen. Nach drei Tagen ohne Dusche ein Traum ;-).


Am naechsten Tag wachten wir voellig durchnaesst wieder auf, da unser Zelt wohl etwas undicht war und es in der Nacht richtig stark geregnet hatte... Aber gut, es war ja die letzte Nacht im Zelt, zum Glueck, und es stand uns nur eine leichte Wanderung bevor... immer den Bahngleisen nach... Kurz vor unserem Zielort, Aguas Calientes, schauten wir den Berg hoch und sahen zum ersten Mal Machu Picchu... :-) da wussten wir, dass wir wirklich angekommen waren. :-) Am Abend wurden wir mit Pizza Essen, warmer Dusche (fast wie in der Schweiz) und einem richtigen Bett verwoehnt. Aguas Calientes ist der wohl touristischste Ort in Peru. Da gibt es nur Hostals, Hotels und eine Unmenge von Restaurants und Clubs, dazwischen noch die ganzen Souvenirmaerkte... die reinste Reizueberflutung... ;-

So nun aber noch der letzte Tag fuer all die Unermuedlichen unter euch, die sich das jetzt alles durchgelesen haben... ;-) Um 5.30 gings mit einem der ersten Busse rauf nach Machu Picchu, bevor die ganzen Touristenmassen so gegen 10.00 eintrudeln... der erste Blick auf die alte Inka Stadt war wirklich atemberaubend... da es noch etwas neblig war, erhielt alles etwas Mystisches... und obwohl wir die Stadt schon so oft auf Bildern gehen hatten, war es ganz anders selbst dort oben zu stehen. Ich finde, dass es sich hierbei wirklich um ein Weltwunder handelt! Es ist sehr beeindruckend, wie die Inkas diese Stadt errichtet haben. Vor allem wenn man auf die Terassengaerten blickt und auf den steilen Abgrund, der danach folgt... oder wenn man durch die Ruinen laeuft und die praezise Bauweise der Inkas begutachten kann... dass nach so vielen Jahren so vieles von der Stadt uebrig geblieben ist, kommt nicht von irgendwo her. Es ist wirklich eigenartig zu sehen, wie die Inkas ihre Staedte mit so viel Sorgfalt gebaut haben und heute viele Peruaner in Blechhuetten leben, die wohl keinen groesseren Sturm ueberleben werden... Fortschritt???????.... jaja, das Geld regiert unsere moderne Welt...









und noch ein schnappschuss... ;-)



GEFAHR! MAENNER BEI DER ARBEIT!!!! hehehe... ;-)




Mittwoch, 10. Oktober 2007

Cusco






So, jetzt hab ich endlich ein bisschen Zeit, um euch etwas mehr von meinen beiden ersten Wochen hier in Cusco zu berichten. Ich habe mich dazu entschlossen, erst einmal ein bisschen Sprachschule zu machen, um mich hier besser einzuleben und mein Spanisch zu verbessern. Mein Gastbruder hatte mir eine Sprachschule empfohlen, doch nach nur einem Tag dort, war ich total geknickt, weil es mir ueberhaupt nicht gefiel... So habe ich dann schon nach zwei Tagen wieder die Schule gewechselt. Aber jetzt bin ich sehr gluecklich dort. :-) Es ist eine Schule, wo Deutsch und Spanisch unterrichtet wird. Ich hab da sogar eine Tandem-Partnerin. Sie ist aus Cusco und moechte deutsch lernen. Wir treffen uns dann so zwei mal pro Woche. Einmal sprechen wir deutsch und einmal spanisch. Wir verstehen uns sehr gut und es gibt immer sehr viel zu lachen mit ihr. Vorhin waren wir noch mit ihrem Vater in einem Waisenhaus, um den Kindern Geschenke zu bringen. Die haben sich sehr darueber gefreut und uns Lieder vorgesungen.
Meine Gastfamilie habe ich laenger nicht mehr gesehen, ich denke so eine Woche... Dafuer habe ich eine neue Mitbewohnerin. Sie heisst Laura und kommt aus Koeln. Wenn sie nicht waere, haette ich wahrscheinlich schon die Familie gewechselt, aber zu zweit ist es ok. Wir machen dann immer zusammen Abendessen und gehen gemeinsam weg. Wir machen auch beide vier mal pro einen Salsa Kurs und hoffen schwer, dass wir es dann in drei Monaten drauf haben, aber bis jetzt siehts noch etwas komisch aus. Zudem ist mein Tanzpartner fast einen Kopf kleiner als ich, aber passt schon... ;-)

Letztes Wochenende war ich mit drei Freundinnen (aus Island, Schweden und Norwegen) zwei Tage beim River Rafting. Das war super. Wir waren auf einem Fluss in den Bergen, 3500m ueber Meer. Am ersten Tag haben wir eine gemuetliche Tour gemacht, war dann eher wie Schiffchen fahren ;-), aber es war sehr kalt. Es wehte ein fieser Wind und es regnete teilweise auch. Nach zwei Stunden waren wir abgefroren. Zum Glueck konnten wir uns danach in der Sauna aufwaermen. Am Abend sind wir noch bis zu einem kleinen Bergdorf gelaufen. Ich bin mir mittlerweile einiges gewohnt hier in Peru, aber so ein Dorf hatte ich bisher noch nicht gesehen. Es sah aus wie eine Geisterstadt und es fiel uns schwer zu glauben, dass da wirklich Menschen wohnen. Die Strassen waren voller Muell. In den Gassen liefen Hunde herum und die Hauser hatten zum Teil nicht einmal ein Dach.... Wir haben dann mit unserem Guide in der Naehe des Flusses gezeltet und sind am naechsten Tag noch einmal mit dem Raft los. Diesmal waren wir in einem etwas "wilderen" Gewaesser und bei der ersten grossen Stromschnelle sind dann zwei von unserem Team im Wasser gelandet, weil das Raft gekippt ist... Ach ja, ich war da auch dabei... Zuerst hab ich Panik gekriegt, weil es nicht so einfach ist in einem solchen Gewaesser den Kopf ueber Wasser zu halten und da das Wasser ausserdem recht kalt war, fiel es mir etwas schwer ruhig zu atmen, aber ich wurde dann von unserem Sicherheitskayak wieder gerettet. :-)

Hier noch ein paar Bilder, die eine Freundin gemacht hat. Meine eignenen konnte ich bisher leider noch nicht hochladen.



Diese Woche habe ich noch Sprachkurs und am Sonntag geh ich dann mit drei anderen fuer fuenf Tage wandern. Wir machen einen Alternativtreck bis zum Machu Picchu, Camino Salkantay heisst er. Dort werden wir bis 4800m hoch wandern, zwischen 7 bis 9 Stunden pro Tag... Ich hoffe, dass ich das packe... Wenn ich denke, dass ich manchmal nicht mal auf die Oberstufenwanderung gehen mochte im Jublalager ;-) ... Naja, mal schauen!

Ich habe jetzt die ganze Zeit versucht noch ein paar Bilder hochzuladen, aber irgendwie will der Computer nicht... Ich wuerde euch echt gerne zeigen, wie das hier alles aussieht... aber vielleicht klappts ein anderes Mal!

Sonntag, 7. Oktober 2007

Erste Eindruecke aus Peru

Die Reise nach Peru verlief eigentlich ohne weitere Schwierigkeiten. Puenktlich um 17.00 Uhr kam ich dann also in Lima an. Nach der Gepaeckabgabe wartete bereits Leslie (die Freundin einer Freundin... ;-)) auf mich, um mich zu meinem Hostal zu begleiten. Sie hatte einen Taxifahrer aus irem Viertel mitgebracht und so machten wir uns zu dritt auf den Weg. Die erste Autofahrt durch Lima war sehr aufregend! Die Leute fahren hier wirklich wie die Sau ;-) !!!! Das kann man sich wirklich gar nicht vorstellen! Die hupen und ueberholen von links und rechts, nehmen einem den Vortritt, machen aus zwei Kolonnen drei.... Ich wuerde sterben, wenn ich einmal selbst durch die Stadt fahren muesste und das meine ich wirklich so.
Nachdem meine Sachen dann aber doch sicher im Hostal untergebracht waren, gingen wir noch etwas essen. Da Iberia seine Kunden gerne mal auf Diaet setzt, hatte ich total Hunger und habe mich ueber Huehnchen und Pommes sehr gefreut. Dazu bekam ich auch gleich meine erste INKA COLA zu trinken. Die schmeckt wie Kaugummi und sieht gefaehrlich gelb aus, aber mir schmeckts ;-). Nach dem leckeren Mahl gings per Taxi zurueck ins Hostal. Dabei fuhr der Fahrer kurz an allen wichtigeren Sehenswuerdigkeiten vorbei damit ich doch noch was von Lima sehen konnte.
Waehrend der ersten Nacht alleine in Peru war mir schon etwas mulmig zu mute. Zum Glueck hatte ich aber noch Martha bei mir (danke maedels) :-))) !
Am naechsten Tag brachte ich noch den zweiten Teil meiner Reise hinter mich, die diesmal nur wenige Stunden dauerte. Am Flughafen angekommen, holten mich Forvitt und sein Freund Carlos vom Flughafen ab, um mich bis zu meiner Gastfamilie zu begleiten. Mein Gastbruder Cesar war zu Hause und nahm mich gleich mit, um einige Besorgungen zu machen. Ich war wirklich froh, nicht alleine zu Hause bleiben zu muessen. Am Abend gingen wir in seine beiden Bars.
Hier ist wirklich alles komplett anders als in der Schweiz. Meine erste Dusche zum Beispiel war ein Erlebnis. Ich erlitt gleich mehrere, aber dafuer nur kleine, Stromschlaege, weil mir ein Teil meiner elektrischen Dusche auf den Kopf fiel und das Wasser, das da rauslief zwickte. Natuerlich lief das Wasser genau auf den Wasserhahn, so dass ich diesen auch nicht mehr zu drehen konnte, ohne gezwickt zu werden... Mann...

Ich werde bald wieder von Cusco berichten und versuchen ein paar Fotos reinzustellen, doch jetzt muss ich leider los...